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Vortrag: „Saufen für den Führer!“ – Bad Dürkheim und seine Weinpatenschaften im Dritten Reich

18. Juni um 19:00 - 21:00

Verabschiedung eines Weintransports

Nie zuvor – und auch nie danach(!) – hat es in Deutschland eine gewaltigere Absatzaktion für die heimischen Winzer gegeben: Unter der eingängigen Parole „Wein ist Volksgetränk!“ entfaltete das NS-Regime in den Friedensjahren des „Dritten Reiches“ eine groß angelegte Weinpropaganda, die das Trinken deutschen Rebensaftes als geradezu nationale Tat beschwor; Volksmund machte hieraus sogleich in die Parole „Saufen für den Führer!“. Und mehr noch: Von 1935 bis 1937 übernahmen annähernd 1.000 Städte vom Rheinland bis nach Ostpreußen besondere „Weinpatenschaften“ für einzelne Winzerorte, wobei im Rahmen eines im ganzen Reich stattfindenden „Festes der deutschen Traube und des Weines“ vom Parteiapparat der NSDAP allerorten volkstümliche Weinfeste und Umzüge organisiert worden waren.

Bei dieser parteiamtlichen Patenschaftslotterie ging auch die pfälzische Weinstadt Bad Dürkheim keineswegs Leer aus, der 1936 unter anderem die Städte Kiel, Saarbrücken und Bochum als „Patenkinder“ zugeteilt worden waren.

„Bad Dürkheim und seine Weinpatenschaften im Dritten Reich“, so lautet folgerichtig das Thema eines Vortrages, in dem der Traben-Trarbacher Museumsleiter Dr. Christof Krieger an dieses ungewöhnliche Ereignis vor achtzig Jahren erinnern möchte. Der Historiker, der sich in seiner – zwischenzeitlich auch als Buch erschienenen – Doktorarbeit an der Universität Trier mit der nationalsozialistischen Weinpropaganda beschäftigte, gibt anhand zumeist unveröffentlichter Quellen überraschende Einblicke in ein weithin unbekanntes Kapitel der pfälzischen Lokalgeschichte.

 

Details

Datum:
18. Juni
Zeit:
19:00 - 21:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Haus Catoir
Haus Catoir, Römerstraße 20
Bad Dürkheim, 67098 Deutschland
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